Entstehung

Wir leben in einem schönen Dorf. Umgeben von Natur. Im Osten stehen auf Tralauer Gebiet zwar vier Windräder. Aber von ihnen geht keine wesentliche Beeinträchtigung der Wohn- und Lebensqualität in Groß Niendorf aus.

Die Regionalplanung von Schleswig-Holstein sah ursprünglich keine Windeignungsflächen in Groß Niendorf vor. Auch der Kreis Bad Segeberg hat in seiner Stellungnahme zur Fortschreibung der Regionalplanung betont, dass Groß Niendorf wegen des Landschaftsbildes nicht für Windenergieanlagen geeignet sei.

Doch in der Gemeindevertretung (AWGN, GNUW und AKPV) sieht man das anders. Sie legt Widerspruch ein und fordert in engem Schulterschluss mit einer Errichterfirma für Windenergieanlagen, der WKN AG aus Husum, die Anerkennung der Groß Niendorfer Fläche als Windeignungsgebiet. Mit Erfolg. Natürlich ist es gerade die WKN AG, die neue Windmühlen auf Groß Niendorfer Gebiet errichten und damit Geld verdienen will.

Die Bürger werden nicht befragt. Tatsächlich regt sich aufgrund der ursprünglich bestehenden Rechtslage (keine Windeignungsgebiete in Groß Niendorf) auch kein großer Widerstand. Aber Gemeindevertreter und WKN AG arbeiten mit aus unserer Sicht unzureichender Bürgerbeteiligung emsig weiter an ihren Plänen. Es wird auch ein „städtebaulicher Vertrag“ und ein „Wege-Nutzungsvertrag“ mit der WKN AG geschlossen, obwohl noch gar kein Eignungsgebiet ausgewiesen ist.

Doch plötzlich ändert sich die Rechtslage am 17. Dezember 2012. In der Fortschreibung der Regionalplanung wird den Forderungen der WKN AG und der Gemeindevertretung entsprochen. Darüber hinaus wird auch auf Tralauer Gebiet ein weiteres Windeignungsgebiet ausgewiesen.

Um die Bevölkerung „zu ködern“, wird die Errichtung eines „Bürgerwindrades“ ins Spiel gebracht. Dazu gibt es am 28. Februar 2013 eine Einwohnerversammlung. Doch die Informationen der WKN AG bleiben mager. Es bleiben viele Fragen offen. Es entsteht bei vielen zudem der Eindruck, dass es erhebliche finanzielle Risiken beim „Bürgerwindrad“ gibt und dass für Goldgräberstimmung kein Platz ist. Vielen wird erst jetzt die Dimension der geplanten Anlagen mit 150m Höhe im Mindestabstand von 800m zur Dorfbebauung bewusst – und die damit verbundenen erheblichen Beeinträchtigungen (Landschaftsverschandelung, Lärmbelastung, Schattenwurf, Nachtbefeuerung, Minderung der Grundstückswerte etc.).

Schnell findet sich eine Gruppe, die einen offenen Brief an Bürgermeister und alle Gemeindevertreter formuliert. Auch eine ausführliche Liste mit weiteren Fragen wird vorgelegt. Es wird das Gespräch mit den Gemeindevertretern gesucht. Es entsteht der Eindruck, dass das Projekt offenbar durchgezogen werden soll!

Unter den kritischen Bürgern/innen wird in mehreren Treffen beraten, wie der Widerstand weiter gehen kann. Das Ziel ist ganz klar: die Befragung aller Groß Niendorfer/innen zu dem Thema und eine demokratische Abstimmung!

Aber es bleibt der bittere Geschmack, dass die Gemeindevertreter (AWGN, GNUW und AKPV) dem Bau der Windräder einstimmig zugestimmt haben. Es gibt offenbar keine echte Opposition in der Gemeindevertretung! Dabei ist unklar, ob alle gewählten Vertreter mit dem Herzen dabei sind oder ob nur niemand den Mund aufmacht.

In dieser Situation stehen nunmehr Kommunalwahlen vor der Tür (26. Mai 2013). Nach eifriger Diskussion ist der Entschluss gefällt: Groß Niendorf braucht eine neue Wählergemeinschaft. Unglaublich, was in so kurzer Zeit an Informationen eingeholt werden musste, was an Versammlungsprotokollen und Formularen zu schreiben war. Aber es ist geschafft. Die Bürger von Groß Niendorf haben mit der Kommunalwahl die Möglichkeit zu entscheiden. Die Wählergemeinschaft

Lebenswertes Groß Niendorf

steht auf dem Stimmzettel,

Sie haben die Wahl!

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