Rotmilan tot unter Windkraftanlage in Tralau

BAD OLDESLOER MARKT WOCHENENDE NR.23 – SONNABEND, 6. JUNI 2009

Rotmilan tot unter Windkraftanlage in Tralau

Sieben Nistplätze in Stormarn gesichtet

Tralau (om/hs). Dr. Hans Wirth, Mitarbeiter des Naturschutzdienstesdes Kreises Stormarn, erhielt am Pfingstsonntag von einem Naturfreundden Hinweis, dass unter einer Windkraftanlage in Tralau ein toter Greifvogel liege; es handele sich um einen Rotmilan. Dieser Verdacht wurde zur traurigen Wahrheit. Damit ist nach dem kürzlich bei Eichede unter einer Windkraftanlage tot aufgefunden Seeadler erneut ein besonders streng geschützter Greifvogel an einer entsprechenden Anlage zu Tode gekommen. Dem Rotmilan in Tralau war von einem Rotorblatt der linke Flügel komplett abgetrennt worden. Es handelt sich um einen männlichen Vogel: Es gab mehrere Sichtbeobachtungen eines nahrungssuchenden Rotmilans im Raum Tralau-Vinzier, ein sicheres Zeichen dafür, dass sich hier ein Brutpaar neu angesiedelt hatte. Während das Weibchen brütet beziehungsweise den Horst bewacht, geht das Männchen auf Nahrungssuche.

Der Fund von Tralau ist der erste bekannt gewordene Nachweis eines verunglückten Rotmilans in Stormarn. In der bundesweit geführten Liste von an Windkraftanlagen verunglückten Vögeln werden die Greifvögel vom Rotmilan angeführt (75), gefolgt vom Seeadler (19, Stand 1. Februar 2008). Die hohe Kollisionsrate von Rotmilanen ergibt sich aus deren Art des Nahrungserwerbs. Rotmilane spüren ihre Beute ausschließlich im Rahmen von ausgiebigen Suchflügen auf. Kein anderer Greifvogel ist täglich so lange in der Luft, wie der Rotmilan. Dazu sind die Vögel auf die Thermik oder Wind angewiesen, die ihnen kräftesparende Segelflüge ermöglichen. Befinden sich Windkraftanlagen in seinem Revier, besteht die große Gefahr, dass die Vögel irgendwann auch mit einem Rotorblatt kollidieren. Da unter Windkraftanlagen überwiegend Flächen mit fehlender oder nur schütterer Vegetation auftreten, könnten diese für Nahrung suchende Rotmilane interessant sein, weil hier Beute leichter auszumachen ist als in Feldern oder hoch gewachsenen Wiesen. Hierzu sind aber bisher keine gezielten Untersuchungen durchgeführt worden.

Neben dem zu vermutenden Brutvorkommen in Tralau konnte Wirth in diesem Jahr sieben weitere Brutplätze in Stormarn ermitteln.

http://www.lokale-wochenzeitungen.de/uploads/ausgaben/omw/2009_23/omw_03.pdf

Meldebogen Vogelschlag Rotmilan Tralau

Leerer Meldebogen, falls Sie selbst Vogelschlag an den bestehenden Anlagen in Tralau beobachten.Bitte möglichst auch Fotodokumentation an uns!

 

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